3 Veränderungshindernisse – und wie Du mit ihnen umgehst

„Ohne Ziele und Visionen sieht heute so aus wie gestern
und wird morgen aussehen wie heute.“ (Vince Lombardi Jr.)

Meist brauchen wir nach einigen Jahren der Selbständigkeit im Solo-Business neue Ziele und Visionen. Vieles ist zur Gewohnheit geworden und bietet damit keine Herausforderungen mehr. Oder Du hast das Gefühl, dem bisherigen Rahmen entwachsen zu sein. Wenn dies bei Dir der Fall ist und Du Dich dennoch nicht aufraffen kannst, Veränderungen einzuleiten, gebe ich Dir hier einige Anhaltspunkte, in Bewegung zu kommen.

Ein wichtiger Anhaltspunkt für neue Ziele und Visionen sind Deine Träume und Ideen, vor allem jene, die regelmäßig auftauchen und von Dir schnell weggedrückt werden. Weil sie unrealistisch erscheinen, mit (hohem) Aufwand verbunden sind oder Dir im Alltagsgeschäft die Zeit für die Umsetzung fehlt. Meist stehen diese Träume für einen Wunsch nach Veränderung hin zu mehr Lebendigkeit, Freude oder Zufriedenheit. Sie zeigen Dir, dass gegenwärtig etwas in Deinem Business fehlt: eine größere Zahl von spannenden Kundenprojekten… mehr Austausch mit Kolleg*innen statt ständig alleine im Homeoffice zu sein… herausfordernde  oder neue Aufgaben … mehr Reichweite für Deine Angebote…

Doch vielfach bleibt es beim Wunsch und die dafür erforderlichen Schritte werden auf „ein anderes Mal“ oder „später“ verschoben. Der Alltag mit seinen Aufgaben hat regelmäßig höhere Priorität – bis eines Tages etwas passiert, was das Leben aus der gewohnten Bahn wirft. Wäre es nicht besser, rechtzeitig gegenzusteuern und Veränderungen einzuleiten?

Was macht es so schwer, Schritte in die gewünschte Richtung zu unternehmen?

Im Laufe meiner langjährigen Begleitung in Einzelberatungen, Workshops und Coachinggruppen sind mir drei wesentliche Gründe aufgefallen. Zu diesen findest Du jeweils einen Impuls, was Dir in dieser Situation hilft.

Veränderungshindernis #1: Bequemlichkeit

Das ist wohl der wichtigste Punkt.

Wir Menschen neigen von Natur aus zu Bequemlichkeit. Das liegt zum einen in unserer biologischen Natur. Ein feiner, automatisch ablaufender Mechanismus sorgt dafür, dass alle körperlichen Funktionen auf einem bestimmten Niveau gehalten werden. Sobald es zu einer Störung kommt, setzen Abläufe ein, die den Normalzustand wieder herstellen. In der Regel geschieht dies ohne unser Zutun, auch wenn wir großen Einfluss darauf haben, was in unserem Körper vor sich geht. Doch das ist ein anders Thema 😉

Dieser biologische Mechanismus hat Auswirkungen auf unser Verhalten:

Wir setzen alles daran, unser inneres Gleichgewicht zu erhalten.

Am besten gelingt dies, wenn wir im Gewohnten und Bekannten bleiben. Wir achten sehr darauf, dass dies so bleibt und tun einiges dafür. Erst wenn der innere Druck zu groß wird und sich körperliche und seelische Symptome zeigen, wagen wir einen Schritt ins Unbekannte. Dieser Schritt erscheint wie ein Wagnis, ein zu großes Risiko, dessen Ausgang zunächst ungewiss ist. Was wenn wir uns täuschen…? In die falsche Richtung laufen…? Von den Ergebnissen enttäuscht werden…? Lieber verharren wir so lange wie möglich im Gewohnten.

Was Dir in diese Situation hilft:

Notiere Dir möglichst viele Punkte, was Du Dir von der Veränderung erwartest oder wünschst: Welchen Nutzen, Gewinn oder Vorteile hättest Du selber davon und welchen werden andere (Deine Kunden, Kollegen, Familie, Freunde, die Gesellschaft…) davon haben?

Je mehr Punkte Du findest, desto leichter wird es für Dich, eine Veränderung anzustoßen. Wenn die Anzahl der „Gewinne“ groß genug ist, werden sie Dich verlocken. Sie bekommen ein Gewicht, das die Waagschale in die neue Richtung kippen lässt.

Veränderungshindernis #2: Fehlende (Aus-)Richtung

Wer nicht weiß, wohin er will, muss sich nicht wundern, wenn er nirgendwo ankommt. (Sprichwort)

Viele Menschen laufen zwar ständig irgendwohin und wundern sich, dass sich nichts bewegt oder andere Ergebnisse entstehen. Vielleicht hast auch Du schon mal gespürt, dass es Zeit für eine Veränderung war, doch Du hattest (noch) keinen Plan, in welche Richtung es gehen könnte.

Wie ist es Dir damit ergangen?

Konntest Du abwarten, bis Du einen klaren Handlungsimpuls hattest oder bist Du in Aktionismus verfallen?

Letzteres ist häufig der Fall.
Ganz nach dem Motto: Hauptsache, es passiert was.
Damit versuchen wir, dem unangenehmen Gefühl zu entgehen und hoffen, die Kontrolle über unser Leben zu behalten. Das ist eine Illusion. Meist führt dies nicht sehr weit und die Luft ist bald raus aus den zuvor noch verlockend erscheinenden Aufgaben. Geradezu erleichtert kehren wir zum Gewohnten zurück. Das kennen wir wenigstens – egal, wie ausgelutscht und leer es sich anfühlt.

Was Dir in diese Situation hilft:

Beginne zunächst mit der Frage: Was will ich verändern?

Wenn Du diese Frage noch nicht beantworten kannst, starte mit einer Negativliste. Schreibe alles auf, was nicht mehr passt und was Du gerne los wärst oder aus Deinem Business entfernen willst.

Überlege Dir anschließend zu jedem dieser Punkte: Was möchte ich stattdessen?
Das dauert meist einige Zeit, kann jedoch auch sehr schnell klar werden. Wenn Du ehrlich mit Dir bist, gelangst Du auf diese Weise zu Deinen wahren Wünschen und Bedürfnissen.

Wähle  den Punkt aus, der Dir am wichtigsten ist oder Dir jetzt am leichtesten fällt. Ja, auch das ist erlaubt 😉 Starte mit diesem einen Punkt.

Veränderungshindernis #3: Ängste und damit verbundene Zweifel

Meist sind diese zunächst diffus. Sie halten Dich dort fest, wo Du Dich auskennst und zuhause bist. Bis Du bereit bist, Dich Deinen Ängsten und ihren Hintergründen zu stellen, ist das Bekannte – Deine Komfortzone – attraktiver als etwas Neues. Egal, was es ist.

Frage Dich:  Was genau befürchte ich, wenn ich einen Schritt in die neue Richtung gehe? Was wäre das Schlimmste, was eintreten könnte?

Gehe Deinen Ängsten auf den Grund und finde heraus, wovor Du wirklich Angst hast:

  • Wo in Deinem Körper fühlst das Unbehagen?
  • Wie fühlt es sich an?
  • Kennst Du dieses Gefühl aus anderen Situationen?

Was Dir in diese Situation hilft:

Bleibe mit Deiner Aufmerksamkeit bei diesem Gefühl, ohne weiter darüber nachzudenken oder es zu interpretieren. Fühle einfach, was Du in Deinem Körper wahrnimmst – ohne aktiv etwas zu tun oder zu verändern.

Achte darauf, was sich durch Deine Aufmerksamkeit möglicherweise verändert. Üblicherweise lässt das Gefühl nach und verschwindet nach einiger Zeit ganz. Sei einfach geduldig und ohne Erwartung.

Sei neugierig, welche Gedanken, Assoziationen und gar alten Erinnerungen auftauchen.
Hat dieses Gefühl oder haben die damit verbundenen Gedanken etwas mit Deinem Wunsch nach Veränderung zu tun – oder gehören sie woanders hin? Sind sie schon lange Deine Begleiter, wenn etwas Neues bevorsteht?

Wenn letzteres der Fall ist, entscheide Dich dafür, diesen Ängsten keine Macht mehr zu geben. Sage Dir selber: Stop! Das ist nicht da, was ich will. Ich entscheide mich jetzt, meinen Träumen Vorrang zu geben! Lass Dich überraschen, was als nächstes passiert.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dieses Gefühl mit der Sedona-Methode aufzulösen. Eine Anleitung dafür findest Du hier – dort steht Dir auch eine Audio zum Download zur Verfügung.

Zum Schluss noch eine Empfehlung:

Was auch immer Du verändern möchtest, beginne mit einer Beschreibung Deiner idealen Zukunft. Das kann zunächst in Form einer Collage oder einem Symbol für das Neue sein. Hänge  dieses Bild so auf, dass es Dich immer wieder an Deinen Wunsch erinnert. Dann fällt es Dir im entscheidenden Moment leichter, das bekannte Ufer zu verlassen, Deinem inneren Kompass zu vertrauen und die Segel in die gewünschte Richtung zu setzen.

Ich wünsche Dir Geduld, Achtsamkeit und den Mut zu einem ersten Schritt ins Unbekannte. Gerne begleite ich Dich dabei im Einzelcoaching, wenn Du es Dir alleine nicht zutraust 🙂

PS: Gehe Deinen eigenen Weg – es gibt keinen besseren!